Dienstag, 26. Mai 2015

[Rezension] Die Mitte von Allem - Anna Shinoda

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Clare liebt ihren Bruder Luke über alles – er ist ihr strahlender Held, mit dem sie Abenteuer erlebt, der ihr das Schwimmen beibringt und der sie beschützt. Seit ihrer Kindheit sitzt Luke jedoch immer wieder im Gefängnis. Als er nun nach vier Jahren frühzeitig entlassen wird, hofft sie, dass er sich dieses Mal geändert hat. Aber bald darauf wird Luke erneut verhaftet. Während Clares Eltern versuchen, den schönen Schein zu wahren, und Luke immer wieder mit offenen Armen empfangen, beginnt Clare, an seiner Unschuld zu zweifeln. War er nur zur falschen Zeit am falschen Ort? Als Clare schließlich selbst in Lukes Machenschaften hineingezogen wird, will sie wissen, wer ihr Bruder wirklich ist. Sie geht der Vergangenheit auf den Grund. Doch was sie dort findet, übertrifft ihre schlimmsten Befürchtungen. 
(Quelle: Magellan)





Auf den ersten Blick wirkt das Cover recht unscheinbar und ist nicht wirklich ein Eyecatcher. Und dennoch hat mich gleich so vieles zu dem Buch hingezogen. Die Farben sind einfach sanft und warm und dennoch hat man sofort das Gefühl, dass der Schein trügt. Im Laufe des Romans fügt sich das Bild zusammen und alles macht Sinn.
Zum Ende des Buches, wenn Clare endlich ehrlich mit sich selbst ist, sagt sie diesen einen Satz und plötzlich wurde der Titel ganz subtil in das Buch eingebaut (oder auch andersrum). Ich mag es sehr, wenn der Titel nicht Holzhammermäßig ist.






Mittlerweile scheint so ziemlich jeder Roman mit einer Liebesgeschichte ausgestattet zu sein. Begeistert habe ich daher die Idee hinter dieser Geschichte in mich eingesaugt: ein Familiendrama für Jugendliche, das sich mit der Liebe zwischen Freunden und innerhalb der Familie beschäftigt.
Romane, die sich mit dem Seelenheil von Familien mit inhaftierten Verwandten beschäftigen sind rar gesäht, im Jugendbereich sind sie nahezu nicht-existent. Dabei kann das ein sehr spannendes, aufwühlendes und bewegendes Thema sein. Denn das Auseinadersetzen mit den Gefühlen der Buchcharaktere und den eigenen ist unvermeidlich.

In "Die Mitte von Allem" hat Clare ihren Bruder Luke seit Jahren nicht mehr gesehen, da er für anscheinden kleinerer Sachen immer wieder Zeit absitzen muss und ein Leben außerhalb der Gefängnismauern für ihn nicht möglich ist. Trotz Abwesenheit Lukes dreht sich doch alles um ihn. Sein Geist ist immer spürbar. Dieses Loch in der Familie, samt familiärer Anspannung wird in dem Charakter Skel deutlich - einem Familienskelett (das berühmte "Skelton in the closet" aka "Die Leiche im Keller"), dass immer imaginär an Clares Seite ist.
Die Geschichte legt den Hauptaugenmerk auf Emotionen, das Alltagsleben der Familie und vor allem auf die Probleme innerhalb dieser. Spannung wird eher durch das Mitfühlen mit den Protagonisten und deren Erlebnissen erreicht.
So lange ein Buch gute Charakterentwicklungen und Emotionen hat kann ich gut auf eine Spannungsklimax verzichten. Leider hat die Handlung des Buches aber in der Mitte einige Längen.

Der Schreibstil ist jugendlich gehalten und nicht zu ausufernd. Ruckzuck fliegt man durch die Seiten und fühlt immer dadurch mit, da die Geschichte aus Clares Sicht erzählt wird.
Abwechselnd werden die Kapitel aus der Gegenwart und aus Clares Vergangenheit erzählt. Schritt für Schritt kommt man so der Warheit auf die Spur und erfährt deren Hintergründe.

Clare war mir sofort sympathisch. Sie will unheimlich viel vom Leben, ist ehrgeizig und trotzdem immer eine tolle Freundin, mit der man Pferde stehlen kann. Der Leser kann sich sehr gut in sie hineinversetzen. Hin und wieder hätte ich ihr jedoch gerne einmal in den Hintern getreten, denn sie lässt echt viel mit sich machen. Sie hätte ihren Eltern schon mal Kontra geben können. Ich wäre schon längst geplatzt.  Mit der Zeit steht sie vor vielen Probleme, denn sie lernt, dass ihr viel verheimlicht worden ist. Sie muss Stärke beweisen und fängt an über sich zu wachsen und wichtige Entscheidungen für sich zu treffen.
Clares Eltern waren mir fast durchgängig unsympathisch. Ist ihre Vater noch einigermaßen erträglich und wirklich liebevoll, so steht er doch dauerhaft unter der Fuchtel von Clares Mutter.  Es ist ja klar, dass sie als Mutter viel zu verkraften hat. Und ich kann auch verstehen, dass sie durch den Verlust eines Kindes übermutternd, überfürsorglich und vor allem eingrenzend ist. Aber ihre Art war doch echt anstrengend. Sie entscheidet permanent für Clare, lässt sie nicht ihr Leben leben und lässt sie echt viel im Haushalt machen - also echt wirklich schrecklich viel. Und natürlich steht man als Mutter immer hinter seinen Kindern, aber Luke lässt sie viel zu viel durchgehen und lässt ihren Stress an Clare aus. Das geht einfach nicht. Als Mutter darf man keine Lieblinge haben. Auch will sie entweder nicht wahrhaben, dass Luke eben nicht nur ein kleiner Ladendieb ist, sondern noch viel mehr Dreck am Stecken hat oder sie ist echt dämlich. Diese Frau regt mich einfach nur auf. Jeden kleinen Fehler von Luke lässt sie an Clare aus. Und auch als Clare (durch eine absichtliche Tat von Luke) ins Fadenkreuz der Polizei rückt steht sie hinter ihrem Ältesten und schadet Clare damit. Sie vergisst einfach, dass sie noch zwei andere Kinder, die ihre Liebe und nicht nur ihre Anwesenheit brauchen.
Luke fand ich am Anfang eigentlich super. Er liebt Clare wirklich sehr. Aber mit der Zeit offenbaren sich Abgründe in ihm, die einem zum Nachdenken bringen - es ist nichts so wie es scheint.
Und auch Peter fand ich von Anfang an toll. Er ist das dritte Geschwisterkind und rutscht ein bisschen durch - immer im Schatten des großen Bruders und die Aufmerksamkeit der Eltern (so negativ die auch ist) konzentriert sich auf Clare. Er will gesehen werden und baut echt viel Mist. Er weiß von Anfang an um die Fehler uns Misstaten von Luke und kommt deswegen mit seiner beschützenden Familie nicht so gut klar. Ist er auch manchmal etwas grob gegenüber Clare, so wird zum Ende hin deutlich, dass er der liebendere Bruder ist - im Gegensatz zum harmlos scheinenden großen Bruder Luke.

Das Ende ist schockierend und das sorgsame Gebilde der "liebevollen" Familie kracht endgültig zusammen. Clare sieht einer schwierigen Zukunft entgegen, aber sie scheint auch endlich glücklich zu sein und packt ihr Leben an.







Ein wahnsinnig bewegendes Buch, dass tief unter die Haut geht und nachdenklich stimmt. Die ganze Zeit über leidet und freut man sich mit Clare mit. Ich empfand das Buch in der Mitte zwar ein bisschen ziehend und die Handlungen der Mutter waren mit absolut unverständlich, aber ich denke, dass man dieses Buch einfach gelesen haben sollte.

Donnerstag, 21. Mai 2015

[Bloggeraktion] Das Licht von Aurora - Anna Jarzab






  Ich hatte nicht das Gefühl, als würde er nach Aurora gehören.
Ich hatte eher das Gefühl, als würde er zu mir gehören, egal wo ich war.
Aber das lag ja nicht in meiner Hand und in seiner auch nicht.








Schon immer wollte die 16-jährige Sasha in die Rolle ihrer liebsten Romanheldinnen schlüpfen und Abenteuer in fernen Welten erleben. Nicht ahnend, dass die Geschichten ihres Großvaters über Parallelwelten tatsächlich wahr sind, landet sie plötzlich unfreiwillig in Aurora – einer modernen Monarchie. Neben einem Leben am Hofe erwartet Sasha hier auch die ganz große Liebe. Doch Palastintrigen und Verrat drohen ihre Träume zu zerstören ...
(Quelle: Loewe)
  

Tief in meinem Herzen bin ich ja eine kleine Prinzessin. 
Naja, eigentlich nicht.
Aber Geschichten die sich um das Leben am Hof drehen faszinieren mich einfach und die Kombi hier aus royalem Leben und Parallelwelt scheint ja wie geschafften für mich zu sein.


Und das ist auch der Grund, warum ich dem Loewe Aufruf zum Verlinken der Leseprobe folge. 
 Diese findet ihr nämlich hier

Ich bin riesig auf das Buch gespannt. Es klingt einfach magisch. Dass das Cover natürlich auch noch der Hammer ist schadet da nicht. ;D

 

Freitag, 15. Mai 2015

[Rezension] Ein Ticket nach Schottland - Alexandra Zöbeli

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Job weg, Freund weg, Wohnung weg. Jo Müller bleibt nichts anderes übrig, als mit Ende dreißig noch einmal zu ihren Eltern zu ziehen. Ein Inserat für ein Garten-Praktikum in Schottland kommt da gerade recht. Mit einer guten Portion Zuversicht im Gepäck fliegt Jo in die Highlands. Doch statt grüner Idylle findet sie dort vor allem harte Arbeit und einen hitzigen, wenn auch ziemlich gutaussehenden, Chefgärtner namens Duncan vor. Fatalerweise denkt Duncan, Jo hätte eine Gärtnerinnen-Ausbildung und treibt sie mit seinen Ansprüchen zur Weißglut. Jo, die eigentlich gelernte Köchin ist, versucht mit allen Mitteln, ihr Manko zu verheimlichen – was natürlich im Chaos endet. Zum Glück ist Duncans kleiner Sohn Nick deutlich verständnisvoller als sein Vater, der erst nach und nach merkt, dass Jo auch in seinem Herzen einiges durcheinander gebracht hat …
(Quelle: Forever)






Ist das Cover nicht idyllisch? Ich liebe Cottages und das hier ist so typisch für die britischen Inseln. Sofort konnte ich mir da das Hotel Brambleberry beim Lesen vorstellen.
Und auch den Titel finde ich sehr passend, der drückt für mich schon einen neuen Lebensabschnitt aus.





Bücher, die auf den britischen Inseln spielen sprechen mich schon rein aus Prinzip an. Und hier steckte neben dem wunderschönen Schottland auch noch eine interessante Idee dahinter.
Im realen Leben begebe ich mich nur in den Garten um mich gleich wieder auf der Gartenliege niederzulassen *hust*, aber dennoch lese ich recht gerne über die Gartenarbeit. Das liegt daran, dass ich mir einfach unheimlich gerne schöne Bepflanzungen voller schöner Blumen vorstelle. Dafür koche ich umso lieber und finde das Kochen als Beruf einfach interessant. Diese Kombi aus schönen Gärten, tollen Gerichten und einem tollen Land hat mich einfach gelockt.

Die Handlung umreißt einen wirklich langen Zeitraum und der Leser lernt die verschiedensten Orte kennen. Anders als man vielleicht nach dem Klappentext denkt ist der Garten nur der Anfang der Geschichte. Das fand ich aber gar nicht schlimm, da mir das zweite Setting, das Brambleberry Cottage sogar noch besser gefallen hat. Ich habe einfach ein Faible für alte, zeitlose (Cottage) Häuser.
Zu keinem Zeitpunkt kam Langeweile oder Langatmigkeit auf, da es flott vorangeht. Leider fand ich durch diese große Handlung einige bestimmte kleinere Handlungen zu schnell abgearbeitet, wo ich mir ein bisschen mehr Ruhe im Roman gewünscht hätte.

Ebendso flott wie die Handlung war auch der Schreibstil. Beleuchtet dieser zwar hauptsächlich die Prota Jo, so lässt er uns dennoch immer mal in die Köpfe der anderen schauen.

Die Prota Jo weiß sich zu helfen und ist tatkräftig und erfinderisch. Leider bringt sie ihre hilfsbereite Art und Weise immer mal in Schwierigkeiten, aber sie fackelt nicht lange und hangelt sich irgendwie immer aus den größten Löchern raus. Ich mag sie sehr, ihre Art ist einfach herzerwärmend und erfrischend.
Duncan ist am Anfang des Romans ein ganz schöner Miesepeter und auch im Laufe des Romans ist er manchmal ganz schön stur und bockig. Aber irgendwie passt das zu ihm.
Ganz besonders in mein Herz hat sich aber ein anderer Mann geschlichen: sein Sohn Nick, der einfach unendlich lieb und süß ist. Ein toller Junge.
Auch die Nebencharaktere haben eine gute Charakterzeichnung verpasst bekommen, leider kamen sie aber manchmal ein bisschen zu kurz und Nebenstränge wurde zu schnell und manchmal nicht ganz nachvollziehbar abgehandelt.

Jos und Duncans Beziehung ist ein einziger WirrWarr. Recht früh im Roman beginnt ihre kleine Liebschaft, doch leider schmeißen sich die Beiden immer wieder selbst Steine in den Weg und machen es sich echt kompliziert. So toll ich sie zusammen fand, so gerne hätte ich ihnen immer mal in den Hintern getreten.

Das Ende war schön und kurz gehalten und absolut passend für diesen Roman.



Ein wunderschöner leichter Roman für Zwischendurch, in welchem man in jeder Zeile die Liebe der Autorin zu Schottland wiederfindet. Wer einen Kurzurlaub in das vielseitige Schottland voller Schönheit und Charakterpersonen möchte, der sollte in "Ein Ticket nach Schottland" verschwinden.

Freitag, 8. Mai 2015

[Süchte eines Serienjunkies] Penny Dreadful


 Penny Dreadful wird als psychosexuelle Horrorserie beschrieben, die im viktorianischen London spielt und einige der berühmtesten, furchteinflößendsten Charaktere der Literaturgeschichte beinhaltet, wie unter anderem Dr. Frankenstein und sein Monster, Dorian Gray und einige ikonische Figuren aus dem Dracula-Roman. Die Serie besinnt sich auf die klassischen Ursprungsgeschichten im Horrorgenre, während sich die Figuren mit ihren monströsen Geisteskrankheiten auseinandersetzen müssen.
(Quelle: Serienjunkies)





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Der Titel bezieht sich auf die sogenannten penny dreadful Romane, die in ihrem Aussehen den detuschen Groschenromanen ähneln. Diese wurden im viktorianschen Großbritannien im Wochenrythmus herausgegeben und kosteten je einen Penny. Penny Dreadfuls behandelten of übersinnliche Themen, blutige Geschichten und Detektivhandlungen.
Die wohl bekannteste Penny Dreaful Geschichte ist Sweeney Todd.


Ich bin ein absoluter Horrorfan. Doch womit man bei mir echt nicht punkten kann ist sinnloses Gemetzel ohne Handlung und Sinn. (Filme wie Saw werden nie bei mir laufen.)
Ich mag es wenn es gut ausgedacht und konzipiert ist, die Schockmomente nicht die Rahmenhandlung übernehmen und die ganze Zeit eher so eine gruselige Atmosphäre herrscht. Die Vorstellungskraft ist ein magisches Mittel, das Splatter einfach nur kaputt macht.


Penny Dreadful ist im viktorianschen Zeitalter angesiedelt, einem englischen Geschichtpunkt, den ich schon immer sehr interessant fand.
In diesem London im Jahr 1891 begegen dem Zuschauer die verschiedensten Figuren aus Romanen, Mythen und dergleichen. Da kann es schon mal passieren, dass Victor Frankenstein mit Dorian Gray zusammenarbeiten muss, um die Tochter Mina vor dem bösen Vampirmeister zu retten. Nebenbei trifft man noch Van Helsing, Frankensteins Monster und Jack The Ripper soll auch gerade noch sein Unwesen treiben.



Eva Green (Vanessa Ives)

Danny Sapani (Sembene)









Timothy Dalton (Sir Malcom Murray)

Rory Kinnear (Caliban)













Josh Hartnett (Ethan Chandler)

Simon Russell Beale (Ferdinand Lyle)









Reeve Carney (Dorian Gray)

Helen McCrory (Madame Kali)








Harry Treadaway (Victor Frankenstein)

Sarah Greene (Hecate)







 Penny Dreadful ist eine recht anspruchsvolle Horroserie, bei der am Anfang nicht so recht klar ist, in welche Richtung sie geht. Es ist nicht klar in welcher Beziehung alle Charaktere miteinader stehen. Doch bereits am Ende der ersten Folge wird deutlich, worum es geht: Vampire. Sir Murrays Tochter Mina Harker ist nämlich verschwunden und diese gilt es nun zu finden. Dieses Vampirthema zieht sich durch die ganze erste Staffel als roter Faden und umrahmt die anderen Handlungsfäden, rund um Vanessa Ives Besessenheit, Frankensteins Kreatur und Dorian Grays Unsterblichkeit.


Die Sprache ist geschwollen, die Bilder eindringlich und doch scheut sich Penny Dreadful nicht davor die tiefen menschlichen Abgründe zu erkunden.
Die Verknüpfung der Originalgeschichten mit der Kreation von neuen Geschichten ist durchdacht und man hat zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass die Serie nicht weiß wohin sie will.


Die erste Staffel besteht nur aus 8 Folgen und doch bekommt jeder Charakter genügend Raum um sich zu entfalten und zu entwickeln. Stereotypen dürfen nicht auftreten und recht bald verliert man sich in jedem der grandiosen Schauspieler: egal ob das nun die grausame Kreatur mit Herz ist, der trockene Doktor mit einem Hang zur Poesie, der Unsterbliche mit dem Lebensdrang oder die junge Frau, die ihre beste Freundin wiederfinden will und auf diesem Weg ihre tiefen Geheimnisse kennenlernt.


Alles in allem ist es eine sehr tiefe und intensive Serie, auf die man sich einlassen muss. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund und Sex, Gewalt und Obszönitäten genauso wichtig wie oponente Kleider und rauschende Festlichkeiten.
Dennoch hat ich zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass irgendwas nicht stimmig oder überzogen ist. Genauso muss das sein. Erotik und Horror haben schon immer irgendwie zusammengehört und mit dieser Serie haben psychosexuelle Handlungsstränge einen Meister gefunden.


Leider muss ich auch sagen, dass es in der Mitte der Staffel zu der ein oder anderen Länge kam und die Füllerepisode rund um Mina und Vanessa hätte ich nicht gebraucht. Dennoch bestechen auch diese Folgen mit ihrer Ausstattung und ihrem Glanz und verzeihen die Langatmigkeit etwas ... aber nur etwas, denn bei nur 8 Folgen ist das schwer.


Die erste Staffel kann man übrigens komplett auf Netflix sehen. 
Die zweite Staffel lief am 03.05. auf Showtime an. Rumour has it, dass die Auftaktfolge bereits am 08.05. (also heute) auf Netflix kommen soll.




Anmerkung: Bilder und Video sind Eigentum von Netflix und die Gifs sind vom Ersteller. Alle Rechte liegen beim Eigentümer.

Mittwoch, 6. Mai 2015

[Rezension] Satisfaction on Demand - M.C. Steinweg

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Janus ist ein „richtiger Mann“ in seiner Welt – in unserer Welt der Zukunft. Keine schöne Welt, denn Krankheit und Umweltschäden sind verantwortlich dafür, dass zeugungsfähige Männer immer seltener geboren werden. Und diese wenigen haben dementsprechend viel zu tun, um die Spezies zu erhalten!
 Nein, freut euch nicht zu früh, diese Geschichte handelt nicht vom „wilden Rumvögeln“! Die Frauen haben nämlich zwischenzeitlich verstanden, dass man den Männern das Regime nicht überlassen darf. Sie haben strenge Regeln für die Arterhaltung aufgestellt und stellen nun hohe Anforderungen an die Qualität der erotischen Komponente: SOD – Satisfaction on demand!
Janus ist gerne Satisfactor, erfüllt seine Aufgabe qualifiziert und unterwirft sich in bewundernswerter Akzeptanz – bis er Fleur kennenlernt und sich seine Welt auf den Kopf stellt.
(Quelle: Cupido Books)


 
 Ich bin generell kein Fan von Erotikbuchcovern, die sind mir meist zu plump oder zu anspielungslastig. Leider mag ich auch dieses Cover so gar nicht. Das macht mich einfach nicht an. Zum Glück habe ich mir die Inhaltsangabe später doch noch durchgelesen, diese ist nämlich wirklich gut.
Den Titel hingegen hätte ich so gar nicht mit einem Erotikbuch in Verbindung gebracht, aber im Endeffekt passt er perfekt zum Inhalt.




Wenn es um Erotikromane geht, dann bin ich sehr pingelig. Der Grad zwischen einer ausbalancierten Geschichte mit detailierten Sexszenen und einem Roman, in dem die Sexszenen überdimensioniert und wenig ansprechend sind, ist einfach sehr schmal.
Auch empfinde ich es als sehr schwer eine Sexszene als erotisch ansprechend zu schreiben, ohne dass es eintönig wird oder auch obszön oder zu medizinisch steril.
Leider wurde der Roman nicht ganz meiner Erwartung gerecht.

Die Idee ist wirklich genial und ich glaube, noch nie wurde ich von einer Erotikromanidee so angesprochen. Es schien einfach zu perfekt: Dystopie gemischt mit prickelnden Szenen.

Leider fand ich aber die Handlung nicht ganz so sauber ausgearbeitet. Zwar erwarte ich bei einem Erotikroman keine so präzise Handlung wie einer anderen Romanart, aber leider hat mir hier und da doch so einiges gefehlt.
Ich bin ein Detailmensch wenn es um Handlung und Hintergrundwissen geht. Letzteres hätte mir gerne ein paar Details mehr von sich preisgeben können. Die Welt ist spannend, leider war die Erkundung dieser durch die kleine Reichweite der sexuellen Handlungen sehr eingeschränkt.

Der Schreibstil hat mir gut gefallen. Gekonnt kann man durch die Feder der Autorin in die Charaktere hineinlupsen und die Geschichte aus erster Hand erfahren.
Auch die Erotikszenen waren sehr ansprechend, leider fand ich doch die Wortwahl oftmals weniger prickelnd. Wortwiederholungen von diversen Worten wie: Trieb, Defloration, Schaft, Essenz, Quelle, Spalte und dem anschwellenden Organ haben mich leider ein bisschen aufstoßen lassen. So eine Betrachtung von Organen und Handlungen sprechen mich persönlich einfach nicht an.

Man erhält einen groben Einblick in alle Charaktere, aber nicht mehr. Identifizieren konnte ich mich mit keinem, aber ihre Fortschritte waren glaubhaft und gut geschildert.

Janus und Fleurs Beziehung war für mich auch nicht ganz nachvollziehbar, es passierte alles ein bisschen zu schnell. Aber ich denke, damit kann man rechner: das Buch ist ja nicht so arg lang.

Das Ende war schön rund und abgeschlossen.



 
An Erotik wurde in diesem Roman definitiv nicht gespart. Ich konnte das Buch zwar genießen, aber ich befürchte, so viel Sex passt dann wohl doch nicht in mein Lesebeuteschema, es muss eher ein bisschen subtiler und nicht ganz so dick aufgetragen sein.