Freitag, 24. Mai 2013

[Rezension] Fürchtet euch - Wiley Cash

Titel: Fürchtet euch
Originaltitel: A Land More Kind Than Home
Autor: Wiley Cas
Verlag: Fischer
Genre: Roman
Format: Taschenbuch
Seitenanzahl: 345
Preis: 9,99€
ISBN: 978-3596194438
Erscheinungsdatum: 25.April 2013
Vielen Dank an den Fischer Verlag für die Bereitstellung dieses Leseexemplars.



Inhaltsangabe:
In Marshall, einem abgeschiedenen Ort in den Bergen North Carolinas, geschieht an einem heißen Sommertag das Unfassbare. Der dreizehnjährige Christopher Hall kommt während der Abendmesse ums Leben. Der Junge hat noch nie ein Wort gesprochen. Deshalb sollte er an diesem Sonntag in der Kirche "geheilt" werden.
Niemand aus der Gemeinde will sich zum Tod des Jungen äußern. Auch der charismatische Prediger Carson Chambliss, der selbsternannte Erlöser im Ort, schweigt zu dem Vorfall.
Was jedoch keiner in Marshall ahnt: Christophers jüngerer Bruder Jess hat das Geschehen in der Kirche an dem Tag, als sein Bruder starb, von außen beobachtet. Und Jess weiß, was er gesehen hat. Er weiß auch, was Christopher und er nur wenige Tage zuvor in ihrem Elternhaus gesehen haben. Als Jess sein Wissen teilt, spitzt sich die Situation zu, und es kommt zur Katastrophe.
(Quelle: Amazon)

Äußeres Erscheinungsbild:
Das Cover strahlt sehr schön diese ländliche Idylle aus. Dennoch lässt sich schon erkennen, dass der Schein trügt und nicht alles so harmonisch ist, wie es hier scheint. Das ganze wirkt sehr schrecklich schön. Und dann dahinter doch diese Kirche, die über allem zu thronen scheint. Ich finde das Cover sehr schön, besonders auch mit dem kleinen Jungen im Feld. 
Bei diesem Buch gefällt mir der Originaltitel mal wieder besser. Der Deutsche ist nur eine simple Aussage, die man auf das Buch zwar ganz leicht anweden kann, die aber nichts besonderes für mich hat. Gut, ein bisschen "gruselig" ist er schon, aber für mich nichts Besonderes.


Kiesstaub wehte über den Parkplatz, während ich im Wagen saß und das Gebäude als das sah, was es gewesen war; nicht als das, was es jetzt in diesem Augenblick im heißen Sonnenlicht war, sondern rund zwölf oder fünfzehn Jahre zuvor: ein großer Gemischtwarenladen, wo sich die Leute vor der Esstheke drängelten oder in einer Schlange vor dem Limonadenstand warteten, wo kleine Kinder sich Eis in so ziemlich jeder denkbaren Geschmacksrichtung bestellten, wo sie Bonbons in Viertelpfundtüten kauften, Schokokekse, Zuckermandel und andere Sachen, auf die ich seit Jahren schon keinen Appetit mehr hatte.


Eigene Meinung:
Also der Klappentext versprach eine schönes Religions-Drama. Tja, das war es dann aber leider nicht.

Die Idee auf dem Klappentext fand ich sehr schön, nur leider wurde die nicht so umgesetzt. Meiner Meinung nach erfährt man nicht sonderlich viel zu der Geschichte von Christopher. Es ist zu viel drum herum. Die ersten 100 Seiten beschäftigen sich mit der Familie von Christopher und Jess und dann die letzten 80 nochmal. Zwischendrin sind immer mal wieder Einschübe zu dem Vergangenheitsgeschehen des Ortes. Das Wechseln zwischen Gegenwart und Vergangenheit passiert jedoch so plötzlich und von einer Zeile zur Nächsten, dass ich oftmal den Überblick verloren habe.
Das das Buch aus drei Ich-Perspektiven erzählt wird finde ich sehr spannend, jedoch konnte ich aus diesem Grund keine großen Beziehung zu den einzelnen Personen aufbauen.

Tja, das ist auch zu der Handlung zu sagen: nur am Anfang und am Ende wirklich von Bedeutung. Sicher muss man als Leser einges über die Vergangeheit zu dem Verständis der Geschichte wissen, doch der Fokus war mir in der Geschichte zu sehr auf die Vergangenheit gelegt. Ich hätte gerne mehr über Christopher und Jess erfahren, doch das durfte ich leider nicht. Die Hauptgeschichte blieb mir viel zu blass.
Die Handlung empfand ich in dem Mittelstück als recht zäh und langatmig und die aufgebaute Spannung ging flöten. Es passiert einfach nicht viel.

Der Schreibstil gefällt mir recht gut. Er fasst perfekt diese düstere Atmosphäre auf, die nur im Hintergrund wirklich gruselig erscheint. Dieses dumpfe Gefühl, dass da noch viel mehr ist, kam von Anfang an bei mir an und es war teilweise richtig beklemmend. Anfangs fand ich es schwer in den Schreibstil reinzukommen, da der Autor sehr lange und verschachtelte Sätze benutzt (siehe oben), doch mit der Zeit habe ich mich daran gewöhnt. Mit der Zeit ist mir dann auch aufgefallen, wie ausschweifend der Autor schreibt und leider habe ich manche Sätze nur überflogen, aufgrund des abrupten Szenenwechsels und der auschweifenden Handlung.

Die Hauptcharaktere blieben mir alle bis auf Jess, den ich mit seinem kindlich, neugierigen Wesen von Anfang sympatisch fand, viel zu blass. Zudem wirken einige total stereotypisch und waren zu sehr auf den vom Autor festgelegten Charakter versteift.

Das Ende hingegen war wirklich herausragend. Schlimm und total katastrophal, aber einfach gut ausgedacht, konzipiert und toll geschrieben. Endlich war hier wieder die ganze Spannung da, die ich im Mittelstück so vermisst habe.
Das es hier kein Happy End gibt finde ich passend, auch wenn der Opa scheinbar geläutert worden ist. Er versucht gut zu machen, was er bei seinem Sohn versäumt hat.Endlich wurde sich auch wieder total auf die Hauptgeschichte konzentriert.
Ich verstehe ja, warum so viel aus der Vergangenheit erzählt worden ist, aber ich fand es dennoch zu viel und vor allem fand ich es komisch verknüpft.



Mein Fazit:
Ein Buch, dessen Inhalt nicht halten konnte, was der Klappentext versprach. Ein kurzweiliges Buch, dass nur am Anfang und am Ende punkten konnte und mit dessen Personen ich nicht so leiden konnte wie ich es gerne gewollt hätte. Die vielen Preise hätte ich zwar nicht an "Fürchtet euch" vergeben, aber da es sehr gut durchdacht und konzipiert ist, kann ich verstehen, warum es einigen sehr gut gefällt.

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