Dienstag, 31. Dezember 2013

[Rezension] Eine irische Ballade - David Pawn

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Die Banshee Síochána verdient sich ihren Lebensunterhalt als Pokerspielerin, während sie die Todesfälle der Familie Carr betrauert. Als der Letzte der Carrs stirbt, muss Síochána sich ein neues Ziel für ihre Trauerarbeit suchen. Ihre Wahl fällt auf Daniel, einen jungen Koch aus Freudenstadt, doch damit beginnen die Komplikationen im Leben der jung-alten Frau erst, denn plötzlich kann sich die Banshee nicht mehr damit zufrieden geben, wenn sie dem Tod heulend zur Seite stehen soll. Immer wieder bemüht sie sich, Todeskandidaten vor ihrem Schicksal zu bewahren und legt sich dabei sogar mit dem Schnitter persönlich an.
(Quelle: Amazon)





Das Cover ist einfach super schön. Frauen auf dem Cover liebe ich entweder oder ich hasse sie, weil sie teilweise so einfallslos scheinen. Hier auf dem Cover strahlt die Frau etwas mystisches und geheimnisvolles aus. Das passt zu den Mythen und Sagen, die im Buch einen Platz finden.
Der Titel klingt sehr märchenhaft. Am Ende eines jeden Kapitels finde man einen kurzen Liederauszug. Die Banshee weint und singt und komtm aus Irland. Passt also.






Die Idee sagt mir richtig doll zu.
Banshees sind ein noch nicht so ausgelutschtes Thema in Fantasy Büchern. Diese finde ich seit der einen Folge von "Charmed" schon spannend und habe lange nach einem Buch gesucht, in dem diese ein Hauptthema sind. Dementsprechend hohe Erwartungen hatte ich. Der Mythos rund um diese schreienden Frauen wurde gut umgesetzt, neue Ideen eingearbeitet und mit der Moderne verknüpft. Etwas löchrig blieb er dennoch hier und da und nicht alle offenen Fragen wurden geklärt.

Das Buch ist recht dünn und leider mehr wie eine Kurzgeschichtensammlung aufgebaut. Es gibt zwar einen roten Faden, der sich durch das Buch zieht, aber in jedem Kapitel passiert etwas anderes. Dadurch haben die Figuren wenig Raum um sich zu entfalten und ich hatte doch arge Probleme eine Verbindung zu ihnen aufzubauen. Allein Síochána konnte ich mir bildlich vorstellen. Ihr 'Love-Interest' Daniel fand ich hingegen unnötig für den Inhalt un dich denke er hat die Geschichte sehr zurückgehalten. Andere Nebencharaktere, allen voran die mystischen Wesen, wie Sirene und Co. hätte ich mir gerne näher angeschaut. Hier wurde Potential für eine gute Handlung verschenkt.
Mehr Irlandbezug hätte ich mir auch gewünscht, damit hatte ich ehrlich gesagt (>Titel) gerechnet. Die Kapiteleinteilung in Strophen fand ich interessant.

Der Schreibstil ist sehr flüssig zu lesen und ich fühlte mich direkt von der Protagonistin angesprochen. Das hatte so etwas von "Ich erzähle euch meine Lebensgeschichte". Der Leser wird direkt angesprochen.

Die Prota fand ich eigentlich recht nett. Síochána fand ich sehr sympathisch und ihre leicht verpeilte Art war wunderbar zu lesen. Das sie so enagiert ihre Ziele verfolgt und dem Tod so trotzen will fand ich erstaunlich. Leider wusste ich im Laufe der Geschichte nicht immer woran ich bei ihr war. Einmal will sie ein normales Leben führen, dann stürzt sie sich ohne Rücksicht auf Verluste in die nächste Rettungsmission. Dieses Auf und Ab und dem Nicht-Wissen was sie will hat mich zum Ende hin immer mehr gestört.
Daniel fand ich die ganze Zeit nur gewöhnungsbedürftig, naiv und leichtgläubig. Er hat sich einfach nicht weiterentwickelt im Laufe des Buches.
Sämtliche Nebencharas kamen zu kurz, die hätte mehr Screentime verdient als Daniel.
Auch aus der Sache mit der behinderten Schwester hätte man noch gut was rausholen können, aber es war einfach zu viel gewollt für die kurze Dauer des Buches.

Daniel und Síchochána kommen sich am Anfang richtig schnell nahe. Die Beziehung zwischen den Beiden ging mir einfach zu schnell. Der Autor hat mir daraufhin mitgeteilt, dass das Kennenlernen so eigentlich gar nichts in Buch sollte, sondern nur als Kurzgeschichte gedacht war. Regulär sollten sie scheinbar schon zusammen sein. Finde ich einerseits gut, aber andererseits hätte ich mir die Annäherungen doch etwas detaillierter gewünscht.
Er glaubt ihr aber auch einfach viel zu schnell, dass sie eine Banshee ist, das fand ich etwas unglaubwürdig. Es gibt keinerlei Interessenkonflikt. Wenn mir jemand erzählen würde, er würde ständig phantatisch rumheulen, dann würde ich den für verrückt erklären. Tja, nicht so unser Daniel.
Auch ich hätte sowohl Sex-, als auch Liebesszenen nicht gebraucht. Das liegt nicht daran, dass ich das nicht mag, ganz im Gegenteil, ich weiß ansprechend geschriebene Sexszenen sehr zu schätzen, aber hier hat es einfach nicht reingepasst. Ich hätte viel lieber hier reine Fantasy/Mystery haben wollen.
Daniels Rolle war mir einfach auch zu schwammig. Die Beziehung hätte schmückendes Beiwerk bleiben sollen.

Die Wendung der Banshee am Ende kam mir dann doch zu plötzlich. Sonst hat sie sich so stur gegen den Schnitter gestellt und jetzt mit einmal hat sie ein Einsehen. Aber ob sie bei dieser Entscheidung bleibt und ob diese endgültig ist? Man weiß es nicht.





Das Buch hat einige gute Ansätze und ich finde den Schreibstil des Autors sehr gut zu lesen (minus die Sexszenen, die einfach nicht sinnlich waren).
Ich denke, die Geschichte hätte sich viel mehr auf diese Mythen konzentrieren sollen und vor allem auf das Interagieren zwischen diesen Wesen.
Auch hat mir der angedeutete Humor besser zugesagt als dieses sexuelle Handeln. Das würde intensiver eingebaut viel besser passen als das körperliche zwischen Síochána und ihrem Daniel.
Es gibt so viele gute Ideen, die aber leider nicht ganz ausreichend ausgearbeitet worden sind.
Síochána steht einfach viel zu sehr zwischen ihrem "normalen" Leben und ihrem Vorhaben. Ohne Daniel hätte sie sich vielleicht mehr ausleben können.

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