Montag, 18. April 2016

[Rezension] Die Augen des Iriden - Maja Loewe




Tief unten in den Kellern des Otto-Suhr-Instituts der Freien Universität Berlin werden bei einem Experiment alle ethischen Grenzen gesprengt. Ein Psychologe, ein Neurowissenschaftler und ein Historiker nutzen das Wissen einer geheimen Bruderschaft, um Bilder in manipulative Waffen zu verwandeln.

Der sechzehnjährige Henry wird in eine hochexplosive Geschichte verwickelt, die eng mit dem Geheimbund der Iriden aus der Zeit der Französischen Revolution verknüpft zu sein scheint, mit dem sein Vater sich wissenschaftlich beschäftigt hat. Und auch, dass Henry ein blaues und ein braunes Auge hat, scheint eine tiefere Bedeutung zu besitzen. In plötzlichen Tagträumen beginnt er in Bilder einzutauchen und ihre innersten Mechanismen zu erkennen. Gemeinsam mit seiner Chat-Freundin Valeska macht er sich auf die Suche nach der Wahrheit und kommt einem schrecklichen Geheimnis auf die Spur, dass die Menschheit für immer verändern könnte.
(Quelle: Papierverzierer)

 Schon als ich mit lesen angefangen habe, ahnte ich, dass dieses Buch etwas ganz Besonderes sein könnte. Komplex, gut durchdacht und mit einer Handlung, die, wie die Experimente im Roman, sämtliche Grenzen sprengt.

Alles fängt recht unspektakulär mit zwei Internetfreunden an. Hier und da werden einem von Frau Loewe noch diverse Einblicke in die Leben von anderen Charakteren gewährt. Als dann jedoch ein Schüler plötzlich tot auftaucht, beginnen die verschiedenen Stränge nach und nach zusammenlaufen. Dinge, von denen man vorher nie ahnen konnte, dass sie zusammengehören, passen wie ein Puzzle ineinander. Nach und nach setzt sich so ein riesengroßes Bild zusammen. Heterochromie, Bildwandeln, Jerusalem, Drogen, Auschwitz und Dr. Mengele sind nur einige der Themen, die plötzlich irgendwie miteinanderverbunden sind.
Die gesamte Handlung ist von Anfang an wahnsinnig spannend. Recht lange bleibt der Leser im Dunkeln wenn es um die wahren Hintergründe geht, doch irgendwann wir der Leser ans Licht geführt und ist einfach nur geflasht.

Der Schreibstil ist wahnsinnig düster und dennoch war ich die ganze Zeit über von der Romanwelt gefangen genommen. Alles in allem sind die Sätze recht kurz und für mich das Einzige, das mit Jugendbuch zu tun hat. 
 Ich finde es einfach erstaunlich, was für ein Netz an Geschichten Maja Loewe da gewebt hat; ich hätte während des Schreibens total den Überblick verloren.
Aber es spricht für sie, dass ich mich beim Lesen nicht einmal verloren gefühlt habe.


Henry ist ein ungewöhnlicher Protagonist. Recht still, schüchtern und eigentlich nicht zum Helden geboren.
Valeska ist das komplette Gegenteil. Ein Rebellin, wagemutig und nicht auf den Mund gefallen.
    Und jeder, wirklich jeder, der Nebencharaktere hat seinen Daseinszweck. Alle sind miteinander verbunden und es wirkte nie erzwungen.

Das Ende ist rasant und nachdem man als Leser so lange im Dunkeln war, macht nun alles Sinn. Ich habe jedoch das Gefühl, dass man hier gut noch einen zweiten Teil hinterherschieben könnte. Denn auch wenn man Leser nun alles weiß und der erste Handlungsteil zu einem Schluss gekommen ist, so könnte jedoch noch mindestens ein grer Konflikt folgen.


Ein wahnsinnig komplexes und spannendes Buch, das gekonnt mit Realität und Fiktion, Gegenwart und Vergangenheit spielt und ich bin einfach absolut geschockt und sprachlos zurückgelassen hat - im besten Sinne natürlich. 

Kommentare:

Hallo.
Ich freue mich immer wie Bolle wenn ich Kommentare bekomme, also gebt euch 'nen Ruck und kommentiert.
Alles Liebe, Sophie